Superkühe – eine persönliche Bilanz

Thomas Hallet

Drei Kühe, drei Höfe, dreißig Tage: Ein solches Medienformat hatte es zuvor noch nicht gegeben. Die User und Zuschauer konnten ganz nah ran: Denn die Superkühe lieferten – für jeden jederzeit zu verfolgen – Live-Daten zu Pansen-pH, Körpertemperatur, Bewegung und zu ihrer Milchleistung. Ein neuartiges Redaktionssystem machte daraus Berichte fürs Kuh-Tagebuch und für einen Chatbot. Und unsere Hofreporter waren dabei, wenn die Kälber geboren wurden, wenn der Tierarzt kam, wenn Gewöhnliches und Ungewöhnliches zu berichten war.

Wir wollten zeigen, wie es im Leben der Milchkühe und der Landwirte so zugeht. Offen und transparent. Denn die Zuschauer und Konsumenten sollten sich ihr eigenes Bild machen können über Milchproduktion und Tierhaltung.

Bei Facebook ging es hoch her. Tierschützer gingen auf die Barrikaden, denn für sie stand wohl von vorneherein fest, dass Nutztierhaltung mit Tierquälerei gleichzusetzen sei. Wir haben dagegen gehalten und darauf bestanden, dass es wichtig sei, unvoreingenommen zu berichten. Ich bin stolz auf das Projekt, denn wir haben viel investiert, um dieser Haltung vier Wochen lang treu zu bleiben und dabei Details und größere Zusammenhänge zu entdecken.

Einer der Facebook-Fans schrieb zum Schluss: „Hallo, ich wollte mal rückmelden, dass ich dieses Projekt super finde! Gut gemacht und wirklich sehr informativ. Mit Einblicken, die man als Stadtmensch (wenn auch auf dem Dorf aufgewachsen) so nicht bekommt. Ich finde es gut, dass dadurch das Bewusstsein, was eigentlich hinter den Lebensmitteln, die wir einfach so im Supermarkt kaufen, steht, geschärft wird. Vielen Dank dafür!“

Die moderne Landwirtschaft bietet viel Stoff für Kontroversen. Es ist gut, wenn die Öffentlichkeit darüber diskutiert. Aber jeder sollte wissen, worum es geht. Dazu haben die Superkühe einen Beitrag geleistet.

Thomas Hallet