Vollmilch, H-Milch, Weidemilch, laktosefreie oder gentechnikfreie Milch – ein kleiner Wegweiser durchs Milchregal

Kanne mit Milch und BlumenWährend „H“-Milch, „Voll- und Magermilch“  oder „Biomilch“ schon lange im Milchregal zu finden sind, haben sich gerade in jüngster Zeit viele neue Milchvarianten, wie Heumilch oder gentechnikfreie Milch, dazugesellt. Den Durchblick im Labyrinth des Milchangebots zu behalten, wird daher immer schwieriger. Hilfreich ist zunächst die Unterscheidung, ob sich die Bezeichnung der Milch auf eine gesetzlich vorgeschriebene  Kennzeichnungs-Angabe bezieht oder nicht. So müssen zum einen die jeweilige Fettgehaltsstufe und zum anderen das angewandte Wärmebehandlungsverfahren auf der Milchverpackung deklariert sein. Der Fettgehalt von Vollmilch liegt laut Definition bei 3,5 Prozent, der von fettarmer Milch bei 1,5 bis 1,8 Prozent und von Magermilch bei maximal 0,5 Prozent.

Andere Fettgehalte müssen explizit angegeben werden. Bei der Kennzeichnung der Wärmebehandlung wird seit 2007 nur noch zwischen „pasteurisiert“ und „ultrahocherhitzt“ unterschieden. Ultrahocherhitzte Milch ist die „haltbare“ Milch, abgekürzt als „H“-Milch. Zur besseren Unterscheidung der unterschiedlichen Pasteurisierungsverfahren kann auf Grund einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Molkereien auf den Verpackungen mit ESL-Milch der Zusatz „länger haltbare Frischmilch“ vermerkt sein. Die klassische pasteurisierte Milch wird durch die Bezeichnung „traditionell hergestellte Frischmilch“ gekennzeichnet.

Im Unterschied zu diesen „altbekannten“ Milchsorten, deren Bezeichnungen sich von der Art ihrer Verarbeitung ableitet, sind in den letzten Jahren als Antwort auf verstärkt nachgefragte Verbraucherwünschen hinsichtlich Tierwohl bzw. Gesundheitsaspekten „neue“ Milchsorten-Kategorien entstanden. Deren Bezeichnungen geben Auskunft über die Besonderheiten ihrer Erzeugung wie Tierhaltung und Fütterung. Beispiele hierfür sind Heumilch, Weidemilch, Nachtmilch oder gentechnikfreie Milch. Zu dieser Differenzierung zählt auch die Biomilch, die es allerdings schon länger gibt. Ferner kamen Milchsorten auf den Markt, die durch spezielle physiologische Funktionen definiert sind wie laktosefreie Milch oder die Vitamin D-Milch.

Festzuhalten ist: Trotz aller Unterschiede können die verschiedenen Milchsorten hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Ernährung und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten in der Küche gleich hoch punkten.