Webinar am 06.04.2017: „Milch und Milchprodukte an der Warenterminbörse“

In Folge der Preiskrise am Milchmarkt in den Jahren 2015 und 2016 werden die Diskussionen über geeignete Instrumente für ein besseres Krisenmanagement sowohl von Politik, Molkereiwirtschaft und Milcherzeugern immer lauter diskutiert. Das Thema Preisabsicherung an Warenterminmärkten ist vielen Insidern bereits aus anderen Märkten bekannt.

Um die Thematik näher und objektiv beleuchten zu können, konnte DIALOG MILCH mit Johann Kalverkamp, Vorstand der VR Agrar Beratung AG, einen ausgewiesenen Kenner der landwirtschaftlichen Börsenszene gewinnen. Für den Bezug zur Praxis sorgte Hendrik Lübben, Vorsitzender des Milchausschusses im Kreislandvolk Wesermarsch.

Zusammenfassung:
Johann Kalverkamp schilderte den Journalisten anhand einer Kurzpräsentation die Grundprinzipien der Preisabsicherung an der Warenterminbörse. Er stellte gleich zu Beginn des Webinars klar, dass nur derjenige Milcherzeuger sinnvoll einen Preis absichern könne, der seine eigenen Kostenstrukturen im Betrieb kenne. Eine Warenterminbörse könne für Milcherzeuger ein Instrument sein, Preise für die Zukunft zu planen, so Kalverkamp. Das könne ein Milcherzeuger heute in der klassischen Lieferbeziehung so nicht. D. h. der Erzeuger müsse sich bereits in einer positiven Marktphase damit beschäftigen, mit welchem Preis er z.B. in den nächsten 18 Monaten planen kann. Er habe dann die Möglichkeit, bestimmte Milchmengen für die Zukunft für einen bestimmten Preis abzusichern. Einzelnen Milcherzeugern sei ein direkter Zugang zur Börse kaum möglich. Deshalb sei ein erstes Absicherungsmodell zusammen mit einer norddeutschen Molkerei entwickelt worden, welches Milcherzeugern einen einfacheren Zugang zur Milchpreisabsicherung schaffe. In diesem Modell fungiere die Molkerei gemäß dem Förderauftrag als Dienstleister für ihre Milcherzeuger, aber nicht als Finanzdienstleister.