Die arme Kuh! – Die arme Kuh? Milchviehhaltung im Norden Deutschlands: Tiergerecht oder ethisch nicht vertretbar?

3. Journalisten-Workshop (8. November 2016 im LBZ Echem)

Tierwohl – ein kontroverses und facettenreiches Thema

Foto: t&w Echem LBZ
Foto: Hans-Jürgen Wege, LBZ Echem

Im Rahmen des 3. Journalisten-Workshops Anfang November diskutierten Experten aus der Milchwirtschaft mit Journalisten und einem Vertreter der Welttierschutzgesellschaft rund um das Thema Tierwohl. Neben der Frage: Welche Haltungsform bzw. Fütterungsart ist tiergerecht? wurden vor allem die Abgangsursachen und die Nutzungsdauer kritisch hinterfragt. Einigkeit herrschte darüber, dass hier noch eine wichtige Zukunftsaufgabe für die Milchwirtschaft liegt. Ziel müsse es sein, Kühe deutlich länger gesund und am Leben zu halten. Weiterhin wurde die Frage „Brauchen wir einen Sachkunde-Nachweis für Milcherzeuger und/oder Aushilfskräfte?“ kontrovers diskutiert.

Intensiv beleuchtet wurden außerdem das deutschlandweit bestehende QM-Milch-Programm sowie dessen geplante Erweiterung durch ein zusätzliches Nachhaltigkeitsmodul.

Interessant und für einige der anwesenden Journalisten neu war dabei die Information, dass derzeit bereits über eine ganze Reihe von „Programmen“ spezielle Tierwohl-Parameter auf den Höfen erfüllt werden müssen.

Zur Kultur der Landwirte und dem Bild der Verbraucher

Weitere Aspekte, die im Workshop zur Sprache kamen, betrafen die „Kultur der Landwirte“ untereinander und hier insbesondere die Frage: „Schenkt man ’schwarzen Schafen‘ zulange Nachsicht; sollten sie strenger in die Pflicht genommen werden?“

Auch die Erwartungen der Verbraucher an die Milchkuhhaltung wurden anhand von qualitativen Daten einer Untersuchung des Thünen-Instituts diskutiert. Den Ergebnissen dieser Befragungen zufolge hätten die Verbraucher hinsichtlich der Milchviehhaltung ein deutlich differenzierteres Bild als bei anderen Tierarten.

"Social Lab": Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft

Das Verbundprojekt „Social Lab“: Nutztierhaltung im Spiegel der Gesellschaft geht der Frage nach, wie die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere aus dem Blickwinkel unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen betrachtet wird. Ziel der Studie ist, die bestehende Kluft zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft zu verringern.

Informationen rund um das Vorhaben befinden sich auf der Webseite: www.sociallab-nutztiere.de.

Einblicke in die Praxis

Im Anschluss an eine lebhafte und konstruktive Diskussion folgte eine Führung durch die Rinderställe und Ausbildungssäle des Landwirtschaftlichen Betriebszentrum (LBZ) Echem, die interessante Einblicke in die praktischen Abläufe und technischen Verfahren in der Milchviehhaltung bot.

Landwirtschaftliches Betriebszentrum (LBZ) Echem

Reinigungsroboter, LBZ Echem
Reinigungsroboter, LBZ Echem
Kälber Iglu, LBZ Echem
Kälber Iglu, LBZ Echem

Das LBZ bietet eine Überbetriebliche Ausbildung sowie Fort-und Weiterbildungen an, bei denen Fertigkeiten und Kenntnisse in der Rinder- und Schweinehaltung praxisnah vermittelt werden, um Landwirte auf die vielseitigen Anforderungen des landwirtschaftlichen Berufs vorzubereiten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.lbz-echem.de.