Wenn unbehandelte Milch einige Stunden steht, setzt sich oben eine gelbe, festere Schicht ab. Dies geschieht, weil das in der Milch enthaltene Fett der leichteste Bestandteil der Milch ist und sich mit der Zeit von der Magermilch trennt und sich an der Oberfläche absetzt. Um dies zu verhindern, wird Milch mit einem mechanischen Verfahren homogenisiert.
Bei der Homogenisierung wird die Milch mit hohem Druck durch feine Düsen gepresst. Die Fettkügelchen werden dadurch zerkleinert und gleichmäßig – homogen – in der Milch verteilt. Die homogenisierte Milch schmeckt vollmundiger und ist leichter verdaulich. Ein weiterer Effekt der Homogenisierung ist, dass sie wesentlich zu einer maximalen Haltbarkeit beitragen kann und dafür sorgt, dass die Milch möglichst lange gut aussieht und schmeckt.
Kritische Stimmen bringen das Homogenisieren mit negativen Effekten auf die menschliche Gesundheit in Verbindung. So soll der Konsum von homogenisierter Milch mit einem höheren Allergiepotenzial einhergehen. Dieser Verdacht konnte aber bisher wissenschaftlich nicht bestätigt werden.
Der Hinweis homogenisiert muss nicht auf der Packung stehen – die Kennzeichnung ist freiwillig. Naturbelassene Rohmilch und Vorzugsmilch (= Rohmilch, die vom Milcherzeuger direkt abgefüllt und im Laden verkauft wird) werden nicht homogenisiert. Auch manche pasteurisierte Frischmilch ist nicht homogenisiert – so zum Beispiel einige Biomilch-Sorten. Milch mit verlängerter Haltbarkeit sowie H-Milch werden hingegen immer homogenisiert, da sich das Fett sonst von der Magermilch trennen würde.
Unser Fazit: Milch, die homogenisiert ist, schmeckt vollmundiger und ist leichter verdaulich. Bei Milch mit längerer Haltbarkeit bzw. bei H-Milch sorgt sie dafür, dass die Milch lange gut aussieht und sich das Fett nicht absetzt.
Weitere Begriffe könnt Ihr hier in unsererm Milchlexikon nachschlagen